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Dein Name. Deine Geschichte.

Entdecke Herkunft, Bedeutung und die Spuren deiner Familie.

Nachnamen nach Eigenschaften

Nachnamen nach Eigenschaften gehen meist auf Spitznamen zurück, die im Mittelalter für auffälliges Aussehen oder einen markanten Charakter vergeben wurden.

Wie Eigenschaftsnamen entstanden

  • Im 13.–16. Jahrhundert bekamen Menschen zu ihrem Rufnamen einen Beinamen, der sie von Gleichnamigen unterschied; oft griff man dafür zu Körpermerkmalen oder Charakterzügen.

  • Solche Beinamen konnten sich vererben und wurden zu festen Familiennamen, vergleichbar mit heutigen Spitznamen, die sich „festsetzen“.

Aussehen: Klein, Groß, Schwarz, Weiß

  • Namen wie Klein, Kurz, Lang(e) oder Groß beziehen sich auf Körpergröße oder Statur; „Klein“ konnte aber auch zierlich oder wendig meinen, nicht nur niedrige Körpergröße.

  • Farb-Namen wie Schwarz, Braun, Roth oder Weiß/Weis meinen meist Haar?, Augenfarbe oder Teint; „Schwarz“ steht häufig für Schwarzhaarigkeit, „Weiß“ eher für sehr helle oder blonde Erscheinung.

Charakter: Stark, Freundlich, Grimm

  • Charaktereigenschaften führten zu Namen wie Kühn (tapfer), Fromm, Fröhlich, Sauer (griesgrämig) oder Schnell im übertragenen Sinn von flink und tatkräftig.

  • Für eher „harte“ Charakterzüge stehen Namen wie Stark, Grimm, Hahn (streitsüchtiger, großspuriger Mensch) oder seltene Bildungen wie Hebenstreit („heb den Streit“) für Streitlust.

Alter und Lebenssituation: Jung, Alt, Neumann

  • Namen wie Jung kennzeichnen ursprünglich den jüngeren Träger mit gleichem Rufnamen innerhalb einer Familie oder Dorfgemeinschaft, während Alt den älteren bezeichnete.

  • Verwandt sind biographische Namen wie Neumann („neu Zugezogener“), die ebenfalls aus einer vorübergehenden Eigenschaft der Person entstanden.

Tempo und Verhalten: Schnell, Langsam & Co.

  • Schnell ist als Familienname gut belegt und bezeichnete ursprünglich einen besonders flinken, geschäftigen oder auch schnellen Läufer; ähnliche Tiernamen wie Hase konnten ebenfalls auf Schnelligkeit anspielen.

  • Namen, die ausdrücklich „langsam“ bedeuten, sind selten, doch spöttische Übernamen konnten träge oder schwerfällige Menschen mit Tier oder Bildwörtern bezeichnen, die sich heute in selteneren Familiennamen niederschlagen.